Land will Verpachtung eigener Agrarfläche stärker an Ökoziele binden

Pächter landeseigener Agrarflächen können nicht mehr auf die automatische Verlängerung der Verträge hoffen. Wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch im Landtag in Schwerin sagte, laufen im kommenden Jahr 270 Pachtverträge für insgesamt etwa 11 000 Hektar dieser Flächen aus. Bei der Neuvergabe würden künftig stärker Kriterien angelegt, die auf eine nachhaltige Bewirtschaftung zielten. «Wer nicht begriffen hat, dass wir mehr tun müssen für die Artenvielfalt, für den Klimaschutz und für sauberes Wasser, der tut mir langsam leid», erklärte Backhaus. Er kündigte ein Bonussystem an, das Bewerbern zugute komme, die ökologisch wirtschafteten, ihren Betriebssitz in der Nähe hätten und investieren wollten. Ziel sei dabei auch die Stärkung der bäuerlich geprägten Landwirtschaft.


Kritik kam von der oppositionellen AfD. Backhaus verfolge den Kurs einer ideologisch geprägten Landwirtschaft und hoffe damit auf Stimmen aus dem Lager der Grünen, sagte der AfD-Abgeordnete Ralf Borschke. Er forderte, den Landtag und die Verbände bei den geplanten Änderungen einzubeziehen. Der Landesbauernverband hatte bereits Bedenken gegen die geforderten zusätzlichen Umweltleistungen geäußert, da damit verbundene Ertragsausfälle nicht kompensiert würden.


Nach Angaben des Statistischen Amtes werden in Mecklenburg-Vorpommern etwa 1,3 Millionen Hektar bewirtschaftet, davon eine Million Hektar Ackerland. In Landesbesitz befinden sich 87 000 Hektar Agrarfläche.

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